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Impfungen bei Katzen: Was, wann und warum

Welche Impfungen Katzen wirklich brauchen, wie sich Core- und Non-Core-Impfungen unterscheiden und wie ein Impfplan für Kitten, Wohnungskatzen und Freigänger aussieht.

Redaktion clever-haustiere Aktualisiert 22. Juni 2026 8 Min
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei akuten Beschwerden oder im Zweifel wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

Impfungen gehören zu den wichtigsten Bausteinen der Vorsorge für deine Katze. Sie schützen vor Krankheiten, die ohne Schutz schwer verlaufen oder sogar tödlich enden können. Gleichzeitig verunsichern viele Fragen rund um das Thema: Welche Impfungen braucht meine Katze wirklich? Muss eine reine Wohnungskatze überhaupt geimpft werden? Und wie oft wird aufgefrischt? In diesem Ratgeber bekommst du einen verständlichen Überblick, der dir hilft, das Gespräch mit deiner Tierarztpraxis gut vorbereitet zu führen.

Warum Impfen bei Katzen sinnvoll ist

Eine Impfung trainiert das Immunsystem deiner Katze, ohne dass sie tatsächlich erkrankt. Dem Körper wird ein abgeschwächter oder abgetöteter Erreger präsentiert, woraufhin er Abwehrstoffe bildet. Kommt die Katze später mit dem echten Erreger in Kontakt, ist sie vorbereitet und kann die Infektion abwehren oder zumindest deutlich abmildern.

Viele unterschätzen das Risiko bei reinen Wohnungskatzen. Doch Krankheitserreger lassen sich leicht über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände ins Haus tragen. Eine Katze, die nie nach draußen geht, kann sich so trotzdem mit bestimmten Viren anstecken. Deshalb ist ein Grundschutz auch für Stubentiger sinnvoll. Wenn du dich generell in das Thema Vorsorge einlesen möchtest, findest du in unserem Überblick zur Katzengesundheit weitere Grundlagen.

Core- und Non-Core-Impfungen: der Unterschied

Tierärztinnen und Tierärzte unterscheiden zwischen sogenannten Core-Impfungen und Non-Core-Impfungen. Diese Einteilung hilft dabei, einen sinnvollen Impfplan für die individuelle Lebenssituation deiner Katze zu erstellen.

Core-Impfungen sind Impfungen, die grundsätzlich jeder Katze empfohlen werden, unabhängig davon, ob sie drinnen oder draußen lebt. Sie schützen vor Krankheiten, die weit verbreitet, sehr ansteckend und oft schwerwiegend sind.

Non-Core-Impfungen sind zusätzliche Impfungen, die je nach Lebensweise, Haltungsform und Risiko sinnvoll sein können. Für einen Freigänger ergeben andere Impfungen Sinn als für eine Katze, die ausschließlich in der Wohnung lebt. Welche Non-Core-Impfungen zu deiner Katze passen, besprichst du am besten direkt in der Tierarztpraxis.

Die wichtigsten Impfungen im Überblick

Damit du eine Vorstellung bekommst, welche Krankheiten überhaupt durch Impfungen abgedeckt werden, hier die gängigsten Impfungen für Katzen.

Katzenseuche (Panleukopenie)

Die Katzenseuche, auch Panleukopenie genannt, zählt zu den Core-Impfungen. Es handelt sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die mit hohem Fieber, Erbrechen, schwerem Durchfall und einem starken Rückgang weißer Blutkörperchen einhergeht. Gerade für Jungtiere ist die Krankheit häufig lebensbedrohlich, weshalb der Schutz so früh wie möglich aufgebaut wird.

Katzenschnupfen

Auch der Katzenschnupfen gehört zu den Core-Impfungen. Hinter dem harmlos klingenden Namen verbirgt sich ein Komplex verschiedener Erreger, die die Atemwege und Schleimhäute angreifen. Typische Anzeichen sind Niesen, Augen- und Nasenausfluss, Fieber und Appetitlosigkeit. Unbehandelt kann Katzenschnupfen chronisch werden und langfristige Schäden hinterlassen. Mehr zu typischen Beschwerden findest du in unserem Artikel zu den häufigsten Katzenkrankheiten.

Tollwut

Die Tollwut-Impfung ist vor allem für Freigänger relevant und wird meist ab der zwölften Lebenswoche begonnen. Tollwut ist nicht heilbar und verläuft tödlich, außerdem ist sie auf den Menschen übertragbar. Für Reisen ins Ausland ist eine gültige Tollwut-Impfung in der Regel verpflichtend. Ob deine Katze diese Impfung benötigt, hängt von ihrer Lebensweise und den gesetzlichen Vorgaben ab.

Leukose (FeLV)

Die Leukose, ausgelöst durch das Feline Leukämievirus (FeLV), ist eine weitere Impfung, die vor allem für Freigänger und Katzen mit Kontakt zu Artgenossen empfohlen wird. Das Virus wird über Speichel, Bisse und engen Kontakt übertragen und kann das Immunsystem dauerhaft schwächen. Die Leukose-Impfung wird üblicherweise ab der sechzehnten Lebenswoche begonnen, idealerweise nach einem vorherigen Test auf das Virus.

Ein grober Impfplan für Kitten und erwachsene Katzen

Die Grundimmunisierung legt das Fundament für den späteren Schutz. Bei Kätzchen wird sie in mehreren Schritten aufgebaut, weil der von der Mutter mitgegebene Schutz langsam nachlässt und die ersten Impfungen erst dann voll wirken, wenn dieser sogenannte Nestschutz verschwindet.

Ein typischer Ablauf orientiert sich an diesen Eckpunkten:

  • Ab der 6. bis 8. Lebenswoche: erste Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen
  • Ab der 9. bis 12. Woche: Auffrischung der Core-Impfungen
  • Ab der 12. Woche: Beginn der Tollwut-Impfung, wenn relevant
  • Ab der 16. Woche: Beginn der Leukose-Impfung bei Freigängern, idealerweise nach Test

Nach der Grundimmunisierung folgen regelmäßige Auffrischungen. Je nach Impfstoff und Empfehlung wird jährlich oder im Abstand von bis zu drei Jahren aufgefrischt. Der genaue Rhythmus unterscheidet sich von Impfung zu Impfung, deshalb legt die Tierarztpraxis den individuellen Plan fest. Wenn du gerade ein Kätzchen großziehst, hilft dir parallel unser Ratgeber zum Kitten erziehen, die erste Zeit gut zu gestalten.

Wohnungskatze oder Freigänger: was sich unterscheidet

Die Lebensweise deiner Katze entscheidet maßgeblich darüber, welche Impfungen wirklich nötig sind. Eine reine Wohnungskatze braucht in jedem Fall die Core-Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, weil sich diese Erreger auch ohne Freigang einschleppen lassen. Non-Core-Impfungen wie Leukose sind hier meist weniger dringlich.

Ein Freigänger hat dagegen deutlich mehr Kontakt zu anderen Tieren und zur Umwelt. Für ihn sind zusätzliche Impfungen gegen Tollwut und Leukose oft sinnvoll, ebenso eine konsequente Vorsorge gegen Parasiten. Wie du dabei vorgehst, liest du im Ratgeber zur Parasitenbekämpfung bei Katzen. Auch wenn du über die Anschaffung einer bestimmten Katze nachdenkst, lohnt ein Blick auf typische Eigenschaften der besten Katzenrassen, da Haltungsform und Charakter zusammenhängen.

Verträglichkeit und mögliche Reaktionen

Moderne Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich. Trotzdem kann der Körper auf eine Impfung reagieren, weil das Immunsystem arbeitet. Mögliche, meist harmlose Reaktionen sind:

  • Müdigkeit und vorübergehende Abgeschlagenheit
  • verminderter Appetit
  • leichtes Fieber
  • eine kleine Schwellung an der Einstichstelle

Solche Anzeichen klingen üblicherweise innerhalb weniger Tage von selbst ab. Halten Reaktionen länger an, verschlimmern sie sich oder zeigt deine Katze deutliche Beschwerden, solltest du die Tierarztpraxis kontaktieren. Bei akuten Notfällen hilft dir unser Überblick zur Ersten Hilfe für Katzen, die Lage richtig einzuschätzen.

Der Impfausweis als wichtige Dokumentation

Jede Impfung wird im Impfausweis deiner Katze festgehalten. Darin stehen das Datum, der verwendete Impfstoff und das Datum der nächsten Auffrischung. Der Impfausweis ist nicht nur eine Gedächtnisstütze, sondern oft auch eine Voraussetzung, etwa für die Aufnahme in eine Tierpension, für die Teilnahme an Ausstellungen oder für Reisen ins Ausland. Bewahre das Dokument deshalb gut auf und bringe es zu jedem Termin mit.

Letztlich ist jede Katze einzigartig. Alter, Gesundheitszustand, Vorerkrankungen und Lebensweise spielen alle eine Rolle dabei, welcher Impfplan der richtige ist. Nutze diesen Ratgeber als Orientierung und stimme die konkrete Impfentscheidung immer gemeinsam mit deiner Tierarztpraxis ab.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich meine reine Wohnungskatze überhaupt impfen lassen? Ja, ein Grundschutz ist auch für Wohnungskatzen sinnvoll. Erreger wie die der Katzenseuche oder des Katzenschnupfens lassen sich über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände ins Haus tragen. Die Core-Impfungen werden deshalb auch reinen Stubentigern empfohlen, während Non-Core-Impfungen meist weniger dringlich sind.

Ab welchem Alter werden Kätzchen geimpft? Die erste Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen erfolgt in der Regel ab der sechsten bis achten Lebenswoche, gefolgt von einer Auffrischung wenige Wochen später. Tollwut und Leukose kommen später hinzu, sofern sie für die Lebensweise deiner Katze relevant sind. Den genauen Zeitpunkt legt die Tierarztpraxis fest.

Wie oft muss aufgefrischt werden? Nach der Grundimmunisierung folgen regelmäßige Auffrischungen. Je nach Impfstoff und Empfehlung wird jährlich oder im Abstand von bis zu drei Jahren aufgefrischt. Da sich die Intervalle zwischen den einzelnen Impfungen unterscheiden, erstellt die Tierarztpraxis einen individuellen Plan und trägt die Termine im Impfausweis ein.

Sind Impfreaktionen gefährlich? Meist nicht. Müdigkeit, etwas weniger Appetit, leichtes Fieber oder eine kleine Schwellung an der Einstichstelle sind harmlose Reaktionen, die nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Halten Beschwerden länger an oder verschlimmern sie sich, solltest du die Tierarztpraxis kontaktieren.

Welche Impfungen braucht ein Freigänger zusätzlich? Für Freigänger werden neben den Core-Impfungen häufig auch Impfungen gegen Tollwut und Leukose empfohlen, weil sie mehr Kontakt zu anderen Tieren und zur Umwelt haben. Ob und welche Non-Core-Impfungen sinnvoll sind, hängt von der konkreten Situation ab und wird gemeinsam mit der Tierarztpraxis entschieden.