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Die häufigsten Hundekrankheiten im Überblick

Von Allergien bis Gelenkproblemen: Die häufigsten Hundekrankheiten, ihre Symptome, Ursachen und wie du deinem Hund vorbeugend hilfst.

Redaktion clever-haustiere Aktualisiert 13. Juni 2026 9 Min
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei akuten Beschwerden oder im Zweifel wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

Auch der robusteste Vierbeiner wird im Laufe seines Lebens mal krank, das gehört einfach dazu. Die gute Nachricht: Viele typische Hundekrankheiten lassen sich gut behandeln, wenn du sie früh erkennst. In diesem Ratgeber bekommst du einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen, ihre Symptome und Ursachen, damit du Veränderungen bei deinem Hund schneller einordnen kannst.

Warum Früherkennung so wichtig ist

Je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser stehen meist die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt helfen dabei, Probleme aufzuspüren, bevor dein Hund überhaupt sichtbare Beschwerden zeigt. Wann genau ein Termin sinnvoll ist, erfährst du in unserem Ratgeber zur Hundegesundheit.

Ein paar Dinge solltest du im Hinterkopf behalten:

  • Hunde werden heute älter. Mit der gestiegenen Lebenserwartung treten viele Krankheiten altersbedingt auf, ähnlich wie bei uns Menschen.
  • Die Rasse spielt eine Rolle. Manche Rassen sind anfälliger für bestimmte Erkrankungen, etwa kurznasige Hunde für Atemprobleme oder große Rassen für Gelenkbeschwerden.
  • Vorbeugung beginnt im Alltag. Eine gute Ernährung, ausreichend Bewegung, Pflege und ein vollständiger Impfschutz sind dein wichtigstes Werkzeug.
  • Auf Verhalten achten. Ungewöhnliches Verhalten oder neue Symptome, etwa Stresssymptome, sind ein Signal, lieber einmal zu viel als zu wenig in der Tierarztpraxis nachzufragen.

Allergien bei Hunden

Allergien gehören zu den häufigsten Beschwerden und können deinem Hund ganz schön zusetzen. Typische Anzeichen sind starker Juckreiz, gerötete Haut, durch das Kratzen entstandene Pusteln, örtlicher oder großflächiger Haarausfall sowie Unruhe. Manche Hunde reagieren zusätzlich mit Durchfall oder anderen Magen-Darm-Beschwerden.

Um die Ursache einzugrenzen, kommt bei Futtermittelallergien oft eine Ausschlussdiät zum Einsatz, bei der nach und nach mögliche Auslöser bestimmt werden. Behandelt wird je nach Auslöser mit Medikamenten wie Antihistaminika oder Kortikosteroiden, ergänzt durch äußerliche Mittel wie spezielle Shampoos oder Salben.

Im Alltag kannst du einiges tun, um deinem Hund zu helfen:

  • Regelmäßiges Baden und Bürsten, am besten mit hautfreundlichen, hypoallergenen Pflegeprodukten.
  • Konsequente Parasitenkontrolle, denn Flöhe und Milben können allergische Reaktionen verstärken.

Eine frühe Diagnose und Behandlung verbessert das Wohlbefinden deines Hundes spürbar.

Magen-Darm-Erkrankungen

Probleme im Verdauungstrakt treten bei Hunden häufig auf und haben ganz unterschiedliche Ursachen. Dazu zählen eine genetische Veranlagung, frühere Magen-Darm-Erkrankungen, verschluckte Fremdkörper, Parasiten oder unverträgliches und schädliches Futter.

Achte auf diese Symptome:

  • Erbrechen und Durchfall
  • Verstopfung
  • ein aufgeblähter Bauch
  • Würgen
  • Unruhe

Behandelt wird meist mit Schonkost, passenden Medikamenten und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, begleitet von regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle. Ein besonders ernster Fall ist die Magendrehung: Sie ist ein Notfall und erfordert sofortiges Eingreifen, in der Regel eine Operation. Wenn dein Hund einen aufgeblähten, harten Bauch hat, erfolglos würgt und sichtbar leidet, fahre umgehend in die Tierklinik.

Hauterkrankungen

Die Haut ist das größte Organ deines Hundes, und entsprechend vielfältig sind die möglichen Probleme. Sie reichen von allergischen Reaktionen bis zu Parasitenbefall. Weit verbreitet sind entzündliche Hauterkrankungen, die durch allergische Reaktionen entstehen, etwa die atopische Dermatitis.

Zur Diagnose untersucht der Tierarzt die Haut auf Entzündungen, Ausschläge und Parasiten. Je nach Verdacht können Allergietests oder eine Hautbiopsie für die mikroskopische Untersuchung hinzukommen.

Behandelt wird je nach Auslöser:

  1. Medikamentös, etwa mit Antibiotika, Antimykotika gegen Pilze oder Mitteln gegen Parasiten.
  2. Durch Allergiemanagement und gegebenenfalls eine Desensibilisierung.
  3. Mit speziellen Shampoos und Hautpflegeprodukten.

Atemwegserkrankungen

Erkrankungen der Atemwege zeigen sich häufig durch Husten, Atemnot und Nasenausfluss. Die Ursachen reichen von Infektionen über Allergien bis zu anatomischen Besonderheiten, etwa dem Brachycephalen-Syndrom bei kurznasigen Rassen. Für die Diagnose kombiniert der Tierarzt die klinische Untersuchung mit Röntgenaufnahmen und bei Bedarf einer Bronchoskopie.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache:

  • Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
  • entzündungshemmende Medikamente bei allergischen Reaktionen
  • Sauerstofftherapie in schweren Fällen
  • regelmäßige tierärztliche Kontrolle

Vorbeugen kannst du mit regelmäßigen Impfungen und Entwurmungen, einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung. Bei besonders betroffenen Rassen kann in manchen Fällen eine operative Korrektur der Atemwege sinnvoll sein, das bespricht der Tierarzt aber individuell mit dir.

Gelenk- und Knochenerkrankungen

Vor allem bei älteren und größeren Hunden machen Gelenke und Knochen oft Probleme. Zwei häufige Krankheitsbilder sind Arthritis und Arthrose. Bei der Arthritis handelt es sich um eine Gelenkentzündung, die infektiös oder nicht-infektiös sein kann. Die Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, die durch übermäßigen Verschleiß oder Fehlstellungen der Gliedmaßen entsteht und mit Veränderungen am Knorpel einhergeht. Besonders betroffen sind Sprunggelenk, Ellenbogen und Hüfte.

Typische Anzeichen für Gelenkprobleme sind:

  • Bewegungsunlust
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • Lahmheit
  • bewegungsabhängige Schmerzen, vor allem nach Ruhephasen

Die Diagnose stützt sich auf die klinische Untersuchung, Röntgenbilder und gegebenenfalls Blutuntersuchungen. Behandelt wird mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten, Physiotherapie und in schweren Fällen einer Operation. Ein gesundes Körpergewicht ist dabei ein wichtiger Baustein, denn jedes überflüssige Kilo belastet die Gelenke zusätzlich.

Parasitenbefall

Parasiten gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hunden, gerade wenn dein Vierbeiner viel draußen unterwegs ist. Zu den wichtigsten Arten zählen:

  • Zecken, die unter anderem Borreliose übertragen können
  • Flöhe, die als Überträger von Bandwürmern auftreten können
  • Milben, die Ausschläge und Juckreiz verursachen
  • Würmer wie Bandwürmer oder Giardien im Darm

Anzeichen für einen Befall sind Ausschläge und Juckreiz, Durchfall und Erbrechen, Gewichtsverlust sowie Müdigkeit. Zur Diagnose gehört häufig eine Untersuchung einer Kotprobe. Ein massiver Parasitenbefall schwächt den Organismus deines Hundes erheblich, deshalb solltest du ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Behandelt wird mit Mitteln gegen Parasiten. Vorbeugen kannst du mit:

  • regelmäßigen Kontrollen nach Spaziergängen, vor allem im hohen Gras
  • Hygienemaßnahmen wie regelmäßigem Waschen von Hundedecken und Liegeplätzen
  • Zecken- und Flohhalsbändern oder anderen Schutzmitteln
  • regelmäßiger Entwurmung
  • Vermeidung von Kontakt zu erkennbar befallenen Tieren

Augenerkrankungen

Auch die Augen deines Hundes können erkranken, und einige dieser Probleme sollten unbedingt frühzeitig behandelt werden. Häufige Erkrankungen sind:

  • Katarakt (Grauer Star): eine Trübung der Linse, die zu Sehverlust führt
  • Glaukom (Grüner Star): ein erhöhter Augeninnendruck, der unbehandelt zur Erblindung führen kann
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): eine Entzündung der Bindehaut durch Allergien oder Infektionen
  • Hornhautgeschwüre: schmerzhafte Wunden auf der Hornhaut nach Verletzungen oder Infektionen

Auf diese Symptome solltest du achten: Tränenfluss, gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit, häufiges Blinzeln oder Reiben der Augen sowie eine Trübung oder Verfärbung der Linse. Eine frühe Erkennung ist entscheidend, um ernste Komplikationen zu vermeiden.

Behandelt wird je nach Erkrankung mit medizinischen Augentropfen oder Salben, in schweren Fällen wie bei Katarakt oder Glaukom auch operativ. Ein Schutzkragen verhindert, dass dein Hund sich an den Augen reibt und die Beschwerden verschlimmert. Vorbeugend helfen regelmäßige Augenkontrollen, eine saubere Umgebung, eine ausgewogene Ernährung und der Schutz vor Verletzungen durch spitze Gegenstände oder allzu wildes Spiel.

Fazit

Die Gesundheit deines Hundes hat oberste Priorität, und vieles hast du selbst in der Hand. Viele der häufigsten Hundekrankheiten lassen sich durch regelmäßige Untersuchungen, einen vollständigen Impfschutz und einen gesunden Lebensstil vermeiden oder zumindest früh erkennen. Lerne die typischen Symptome kennen, beobachte deinen Hund aufmerksam und zögere nicht, bei Auffälligkeiten die Tierarztpraxis aufzusuchen. Oft macht genau diese frühe Reaktion den entscheidenden Unterschied.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich Allergien bei meinem Hund erkennen? Allergien zeigen sich meist durch Juckreiz, Hautausschläge, ständiges Kratzen oder Lecken und teilweise auch Magen-Darm-Beschwerden. Eine genaue Diagnose stellt der Tierarzt mithilfe von Tests, weil sich Allergien sonst kaum von anderen Hautproblemen unterscheiden lassen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Magen-Darm-Erkrankungen? Das hängt von der Ursache ab. Häufig werden eine spezielle Schonkost, Medikamente gegen Übelkeit und Entzündungen sowie unterstützend probiotische Präparate eingesetzt. Der Tierarzt stellt für deinen Hund einen individuellen Behandlungsplan zusammen.

Was sind häufige Hautprobleme bei Hunden? Zu den verbreiteten Hautproblemen zählen Hot Spots, Dermatitis, Pilzinfektionen und Parasitenbefall. Typische Anzeichen sind Juckreiz, gerötete Haut und Haarausfall.

Wie kann ich Atemwegserkrankungen vorbeugen? Hilfreich sind regelmäßige Impfungen, eine gesunde Ernährung, das Vermeiden von Kontakt zu kranken Tieren und eine saubere Umgebung. Bei kurznasigen Rassen lohnt es sich, Atemprobleme besonders im Blick zu behalten.

Welche Symptome deuten auf Gelenkprobleme hin? Gelenkprobleme äußern sich häufig durch Lahmheit, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Treppensteigen, geringere Aktivität und Schmerzen bei Berührung. Der Tierarzt sichert die Diagnose über eine Untersuchung und Röntgenaufnahmen ab.

Wie kann ich einen Parasitenbefall verhindern? Zur Vorbeugung gehören regelmäßige Entwurmung, eine Floh- und Zeckenprophylaxe, Sauberkeit im Umfeld deines Hundes und regelmäßige Vorsorgetermine beim Tierarzt. Nach Spaziergängen lohnt sich außerdem ein kurzer Kontrollblick im Fell.